9. IBK-Preis für Gesundheitsförderung und Prävention 2026
Nominierungen 2026 aus Bayern
Die folgenden Projekte aus Bayern sind für den 9. IBK-Preis für Gesundheitsförderung und Prävention 2026 nominiert:
Kategorie „Herz und Haltung“: Helfen in Seelischer Not (HSN)
Helfen in Seelischer Not (HSN), Schliersee
Was tun, wenn ein guter Freund, eine Arbeitskollegin oder die Nachbarin sich immer mehr zurückzieht, traurig wirkt oder sogar äußert, dass er bzw. sie nicht mehr leben möchte?
Viele Menschen sind unsicher, wie sie darauf reagieren sollen. Für die Betroffenen selbst ist die Situation oft schambehaftet oder es mangelt schlicht an der Kenntnis von Anlaufstellen. „Helfen in Seelischer Not” (HSN) setzt hier als „Erste-Hilfe-Kurs“ für den Umgang mit seelischen Krisen an. Der Kurs zeigt, wie wir seelische Not erkennen, ein Gespräch eröffnen und Hilfsangebote empfehlen können. Der Ersthelferinnen- und Ersthelfer-Kurs für alle Interessierten besteht aus einem 120-minütigen Präsenz- oder Online-Modul, sowie einem flexiblen Selbstlernkurs im Internet. Das Projekt wird von der Universität Regensburg wissenschaftlich begleitet und vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert.
Kategorie „Stabil und etabliert“: Klasse2000 - stark und gesund in der Grundschule
Verein Programm Klasse2000 e. V., Nürnberg
Klasse2000 ist das Unterrichtsprogramm zur Gesundheitsförderung, Gewalt- und Suchtvorbeugung in deutschen Grundschulen mit dem höchsten Verbreitungsgrad. Es begleitet Kinder von Klasse 1 bis 4 und stärkt ihre Gesundheits- und Lebenskompetenzen. Rund 15 Unterrichtseinheiten werden jährlich zu folgenden Themen umgesetzt: Gesund essen & trinken, Bewegen & Entspannen, Sich selbst mögen & Freunde haben, Probleme & Konflikte lösen sowie kritisch denken & Nein sagen. Eine Besonderheit ist die Zusammenarbeit der Lehrkräfte mit geschulten Klasse2000-Gesundheitsförderinnen und -förderern. Im Rahmen der vierjährigen Programmlaufzeit pro Klasse werden die Themen unter verschiedenen Blickwinkeln immer wieder aufgegriffen und wiederholt. Gestartet ist das Programm im Jahr 1991 in Nürnberg. Seit dem wird Klasse2000 kontinuierlich auf Basis der Prozessevaluation und aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse verbessert und an Nutzerbedürfnisse angepasst.
Kategorie „Frisch gedacht“: Safe it first! Mit uns gegen K.O.-Tropfen
Landratsamt Ebersberg mit der Gesundheitsregion plus Ebersberg und dem Kreisjugendamt Ebersberg, Ebersberg
Die Kampagne „Safe it first! Mit uns gegen K.O.-Tropfen“ klärt über die Gefahren durch K.O.-Tropfen auf und gibt Hinweise zu Schutz und Hilfe. Es werden sowohl Veranstalterinnen und Veranstalter angesprochen als auch Gäste direkt mit Plakaten, Postern und Give-Aways. Für Schülerinnen und Schüler können drei verschiedene Workshop-Konzepte angefordert werden. Auch das gesamte Lehrerkollegium kann bei Bedarf geschult werden. In Kooperation mit anderen Landratsämtern bietet Ebersberg Multiplikatoren-Schulungen für Fachkräfte an. Durch die ergänzende Öffentlichkeitsarbeit wird das Thema zusätzlich in den Fokus gerückt.
Kategorie „Blickpunkt Mensch“: Habe die Ehre - Senioren in der Gemeinde Zell durch Teilhabe an der Gesellschaft fit halten
Gemeinde Zell
Die Lebensqualität und das Wohlbefinden von Seniorinnen und Senioren in schwierigen Lebenslagen zu verbessern ist das Ziel in der Gemeinde Zell. Dazu wurden konkrete Angebote zur Vermeidung bzw. Verringerung von Einsamkeit und sozialer Isolation geschaffen und partizipativ mit älteren Menschen entwickelt. Die Angebote wurden kostenfrei für die Teilnehmenden gestaltet, um potenzielle Hürden an der Beteiligung zu reduzieren. Unter anderem gibt es auch einen kostenlosen Hol- und Bring-Dienst, inklusive der Beachtung der Barrierefreiheit der Räumlichkeiten. Das Projekt wurde wissenschaftlich von der LMU München begleitet und evaluiert sowie im Rahmen der Landesrahmenvereinbarung Prävention Bayern (LRV) gefördert. Die Evaluation des Projektes wird über die Initiative Gesund.Leben.Bayern. des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert.
Kategorie „Gesundheit 4.0“: Digitale Streetwork im Bereich Sucht
Condrobs e.V., mudra e.V., Drogenhilfe Schwaben gGmbH, Mindzone, ANAD der AWO, Landesstelle für Glückspielsucht; München
Die digitalen Streetworkerinnen und Streetworker sind aufsuchend in den Social-Media-Lebenswelten junger Menschen aktiv, beispielsweise auf Plattformen wie TikTok, Instagram, Reddit, Discord oder Gutefrage. Im Zentrum steht ein leicht zugängliches, lebensweltorientiertes Online-Beratungsformat, das speziell diejenigen erreicht, die analoge Hilfsangebote (noch) nicht nutzen. Das Ziel ist es, jungen Menschen frühzeitig Orientierung, Unterstützung und Entlastung zu bieten, und genau dort, wo sie sich regelmäßig aufhalten: im digitalen Raum. Die Arbeit folgt zentralen Prinzipien der Sozialen Arbeit, wie niederschwellig, aufsuchend, transparent und freiwillig, sowie mit einer geschlechtergerechten und akzeptierenden Grundhaltung. Das Projekt vereint die Expertise mehrerer spezialisierter Träger und stellt damit ein starkes, interdisziplinäres Netzwerk dar. Finanziert wird das Projekt durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.
Wie geht es weiter?
Pro IBK-Mitgliedsland wurden von den jeweiligen Länderjurys ein Projekt je ausgeschriebener Kategorie für den 9. IBK-Preis nominiert. Aus diesen nominierten Projekten kürt eine internationale Fachjury die Gewinnerinnen und Gewinner. Die Entscheidung der Jury ist nicht anfechtbar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die Preisverleihung findet am Freitag, den 08. Mai 2026 im statt.

