9. IBK-Preis
für Gesundheitsförderung und Prävention 2026
© Dietmar Mathis, Vorarlberg
Am 08. Mai 2026 hat die Internationale Bodenseekonferenz (IBK) den 9. IBK-Preis für Gesundheitsförderung und Prävention in Lindau verliehen. Der Preis wurde in den fünf Kategorien „Herz und Haltung“, „Stabil und etabliert“, „Frisch gedacht!“, „Blickpunkt Mensch" und „Gesundheit 4.0“ vergeben und war mit insgesamt 30.000 € dotiert. Drei der Preisträger kommen aus Bayern!
Prämiert wurden innovative, nachhaltige und multiplizierbare Projekte im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention, die mit angemessenem Aufwand umgesetzt wurden. Als Good-Practice-Beispiele sollen sie über die Länder- und Kantonsgrenzen hinaus bekannt gemacht werden, Ideen für andere Projekte geben und zum Erfahrungsaustausch anregen.
Von 158 eingereichten Projekten wurden 25 von den fünf nationalen Jurys für den Preis nominiert. Eine international besetzte Fachjury kürte daraus die Preisträger und Preisträgerinnen.
Herzlichen Glückwunsch
Wir gratulieren den Preisträgern aus Bayern sowie den Siegerprojekten!
Die Siegerprojekte im Überblick:
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Kategorie „Herz und Haltung“: Das Mehr-als-Generationen Café (Vorarlberg)
Das Projekt "Ahna und Ähne" ist ein generationenübergreifendes Sozialprojekt mit dem Ziel der Stärkung sozialer Teilhabe älterer Menschen sowie die Förderung des Generationendialogs. Kern des Projekts ist der Betrieb öffentlich zugänglicher Generationencafés, in denen pensionierte Seniorinnen und Senioren (Ahnas und Ähnes) in geringfügigen oder Teilzeitbeschäftigungen tätig sind.
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Kategorie „Stabil und etabliert“: Klasse 2000 (Bayern)
"Klasse2000 – stark und gesund in der Grundschule" ist ein bundesweit verbreitetes Unterrichtsprogramm zur Gesundheitsförderung, Gewalt- und Suchtprävention in der Grundschule. Es begleitet Kinder von Klasse 1 bis 4 mit jährlich rund 15 Unterrichtseinheiten zu Themen wie Ernährung, Bewegung, Entspannung, soziale Kompetenzen und Suchtvorbeugung.
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Kategorie „Frisch gedacht!“: Escape-Room „Drive out“ (Kanton Zürich)
Der Escape Room "Drive Out" ist ein Präventionsangebot zur Sensibilisierung für Fahrfähigkeit im Zusammenhang mit Alkohol- und Substanzkonsum. Gruppen von drei bis sechs Personen konnten einen thematischen Escape Room besuchen, der Rätsel und Aufgaben zu Alkohol, Drogen und sicheren Heimwegen mit Präventionsbotschaften verband. Während des Spiels sowie über eine freiwillige Online-Nachbefragung wurden Daten zur Nutzung und Wirkung erhoben.
- Kategorie „Blickpunkt Mensch“: My Perspective (Kanton Appenzell Ausserrhoden)
MY PERSPECTIVE ist ein Peer-Projekt zur Förderung der Integration und Lebenskompetenzen von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten (MNA). In Workshops entwickeln sie aufbauend auf ihren Bedürfnisse und Zukunftswünschen Interviewfragen zu Themen wie Bildung, Arbeit, Wohnen und Zukunftsplanung. Anschliessend führen sie Video-Interviews mit ehemaligen MNA, die bereits Ausbildung oder Beruf aufgenommen haben. Die entstehenden Videoporträts zeigen unterschiedliche Lebenswege und dienen als Orientierungs- und Lernmaterial für andere Jugendliche sowie für Fachpersonen.
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Kategorie „Gesundheit 4.0“: Digitale Streetwork im Bereich Sucht (Bayern)
"Digitale Streetwork im Bereich Sucht" ist ein aufsuchendes Beratungsangebot im digitalen Raum für junge Menschen mit und ohne Konsumerfahrungen. Fachkräfte verschiedener Trägerorganisationen sind auf verschiedenen Plattformen aktiv und treten dort anonym und niedrigschwellig mit jungen Nutzerinnen und Nutzern in Kontakt. Sie bieten Orientierung, erste Beratung und Informationen zu Konsum, Gesundheit und Unterstützungsangeboten.
Textquelle: Bodensee-Informationsdienst, Mediendienst der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) - Kommission Öffentlichkeitsarbeit (Hrsg.)
Weitere Informationen zu allen nominierten Projekten des 9. IBK-Preises für Gesundheitsförderung und Prävention sowie zu den Preisträgern sind unter www.ibk-gesundheit.org abrufbar.
Nominierungen 2026 aus Bayern
Die folgenden Projekte aus Bayern sind für den 9. IBK-Preis für Gesundheitsförderung und Prävention 2026 nominiert:
Kategorie „Herz und Haltung“: Helfen in Seelischer Not (HSN)
Helfen in Seelischer Not (HSN), Schliersee
Was tun, wenn ein guter Freund, eine Arbeitskollegin oder die Nachbarin sich immer mehr zurückzieht, traurig wirkt oder sogar äußert, dass er bzw. sie nicht mehr leben möchte?
Viele Menschen sind unsicher, wie sie darauf reagieren sollen. Für die Betroffenen selbst ist die Situation oft schambehaftet oder es mangelt schlicht an der Kenntnis von Anlaufstellen. „Helfen in Seelischer Not” (HSN) setzt hier als „Erste-Hilfe-Kurs“ für den Umgang mit seelischen Krisen an. Der Kurs zeigt, wie wir seelische Not erkennen, ein Gespräch eröffnen und Hilfsangebote empfehlen können. Der Ersthelferinnen- und Ersthelfer-Kurs für alle Interessierten besteht aus einem 120-minütigen Präsenz- oder Online-Modul, sowie einem flexiblen Selbstlernkurs im Internet. Das Projekt wird von der Universität Regensburg wissenschaftlich begleitet und vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert.
Kategorie „Stabil und etabliert“: Klasse2000 - stark und gesund in der Grundschule
Verein Programm Klasse2000 e. V., Nürnberg
Klasse2000 ist das Unterrichtsprogramm zur Gesundheitsförderung, Gewalt- und Suchtvorbeugung in deutschen Grundschulen mit dem höchsten Verbreitungsgrad. Es begleitet Kinder von Klasse 1 bis 4 und stärkt ihre Gesundheits- und Lebenskompetenzen. Rund 15 Unterrichtseinheiten werden jährlich zu folgenden Themen umgesetzt: Gesund essen & trinken, Bewegen & Entspannen, Sich selbst mögen & Freunde haben, Probleme & Konflikte lösen sowie kritisch denken & Nein sagen. Eine Besonderheit ist die Zusammenarbeit der Lehrkräfte mit geschulten Klasse2000-Gesundheitsförderinnen und -förderern. Im Rahmen der vierjährigen Programmlaufzeit pro Klasse werden die Themen unter verschiedenen Blickwinkeln immer wieder aufgegriffen und wiederholt. Gestartet ist das Programm im Jahr 1991 in Nürnberg. Seit dem wird Klasse2000 kontinuierlich auf Basis der Prozessevaluation und aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse verbessert und an Nutzerbedürfnisse angepasst.
Kategorie „Frisch gedacht“: Safe it first! Mit uns gegen K.O.-Tropfen
Landratsamt Ebersberg mit der Gesundheitsregion plus Ebersberg und dem Kreisjugendamt Ebersberg, Ebersberg
Die Kampagne „Safe it first! Mit uns gegen K.O.-Tropfen“ klärt über die Gefahren durch K.O.-Tropfen auf und gibt Hinweise zu Schutz und Hilfe. Es werden sowohl Veranstalterinnen und Veranstalter angesprochen als auch Gäste direkt mit Plakaten, Postern und Give-Aways. Für Schülerinnen und Schüler können drei verschiedene Workshop-Konzepte angefordert werden. Auch das gesamte Lehrerkollegium kann bei Bedarf geschult werden. In Kooperation mit anderen Landratsämtern bietet Ebersberg Multiplikatoren-Schulungen für Fachkräfte an. Durch die ergänzende Öffentlichkeitsarbeit wird das Thema zusätzlich in den Fokus gerückt.
Kategorie „Blickpunkt Mensch“: Habe die Ehre - Senioren in der Gemeinde Zell durch Teilhabe an der Gesellschaft fit halten
Gemeinde Zell
Die Lebensqualität und das Wohlbefinden von Seniorinnen und Senioren in schwierigen Lebenslagen zu verbessern ist das Ziel in der Gemeinde Zell. Dazu wurden konkrete Angebote zur Vermeidung bzw. Verringerung von Einsamkeit und sozialer Isolation geschaffen und partizipativ mit älteren Menschen entwickelt. Die Angebote wurden kostenfrei für die Teilnehmenden gestaltet, um potenzielle Hürden an der Beteiligung zu reduzieren. Unter anderem gibt es auch einen kostenlosen Hol- und Bring-Dienst, inklusive der Beachtung der Barrierefreiheit der Räumlichkeiten. Das Projekt wurde wissenschaftlich von der LMU München begleitet und evaluiert sowie im Rahmen der Landesrahmenvereinbarung Prävention Bayern (LRV) gefördert. Die Evaluation des Projektes wird über die Initiative Gesund.Leben.Bayern. des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert.
Kategorie „Gesundheit 4.0“: Digitale Streetwork im Bereich Sucht
Condrobs e.V., mudra e.V., Drogenhilfe Schwaben gGmbH, Mindzone, ANAD der AWO, Landesstelle für Glückspielsucht; München
Die digitalen Streetworkerinnen und Streetworker sind aufsuchend in den Social-Media-Lebenswelten junger Menschen aktiv, beispielsweise auf Plattformen wie TikTok, Instagram, Reddit, Discord oder Gutefrage. Im Zentrum steht ein leicht zugängliches, lebensweltorientiertes Online-Beratungsformat, das speziell diejenigen erreicht, die analoge Hilfsangebote (noch) nicht nutzen. Das Ziel ist es, jungen Menschen frühzeitig Orientierung, Unterstützung und Entlastung zu bieten, und genau dort, wo sie sich regelmäßig aufhalten: im digitalen Raum. Die Arbeit folgt zentralen Prinzipien der Sozialen Arbeit, wie niederschwellig, aufsuchend, transparent und freiwillig, sowie mit einer geschlechtergerechten und akzeptierenden Grundhaltung. Das Projekt vereint die Expertise mehrerer spezialisierter Träger und stellt damit ein starkes, interdisziplinäres Netzwerk dar. Finanziert wird das Projekt durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.
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