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SinnenFeld

Drei Spiralscheiben der Sinnenfeld-Ausstellung

Das Erlebnisfeld zur Entfaltung der Sinne lädt Besucher aller Altersstufen ein, sich auf Grundwahrnehmungen zu konzentrieren und die Sinne bewusst zu erfahren. Als primärpräventiv orientiertes Angebot will es zum Erleben von Sinneseindrücken im Alltag anregen und zur Förderung von Wohlbefinden und Gesundheit jedes Einzelnen beitragen. Denn wer einfache Wahrnehmungen erleben und genießen kann, gerät weniger in Gefahr, sein Bedürfnis nach Erlebnissen durch Ersatzmittel zu stillen.

Auf der Straße spielen Kinder, die einige meiner dringlichsten physikalischen Probleme lösen könnten, weil sie über eine Form der Wahrnehmung verfügen, deren ich seit langem verlustig gegangen bin.

Robert Oppenheimer

Die Sinneswahrnehmung ist im Kindesalter besonders ausgeprägt. Kinder nehmen mit allen Sinnen wahr, wofür Erwachsenen im Alltag der technisierten Umwelt immer weniger Gelegenheit bleibt. Sie haben eine ausgeprägte Fähigkeit, Assoziationen zu Sinneseindrücken zu bilden und Synästhesien zu erfahren. So können sie beispielsweise einem Klang eine Farbe zuordnen oder auch Farben "hören".

Im Alltag werden diese Fähigkeiten kaum beansprucht, und mit zunehmendem Alter verschieben sich die Wahrnehmungen. An die Stelle einfacher und direkter Sinneserfahrungen treten durch Medien vordefinierte Umwelterfahrungen. Die Beanspruchung der Sinne beschränkt sich weitgehend auf Hören und Sehen:

Auge und Ohr werden bis zur Belastungsgrenze gereizt mit den Folgen wie Ermüdung, Bindehautreizungen oder Hörsturz und Tinnitus. Demgegenüber werden Tast- und Riechsinn und auch – bei allem quantitativen und jederzeit verfügbaren Überangebot an Nahrungsmitteln (Fastfood) – der Geschmackssinn wenig bewusst trainiert. Entsprechende Erlebnismöglichkeiten bleiben uns deshalb unerschlossen.

Erfahren.
wie das Auge sieht,
das Ohr hört,
die Nase riecht,
die Finger tasten,
der Fuß (ver)steht,
die Hand (be)greift.

Hugo Kükelhaus

Das SinnenFeld ist ein "Erlebnisraum", in dem der Besucher selbst tätig werden soll, um Bekanntes und Unbekanntes zu hören, zu sehen, zu riechen und zu tasten. So lassen beispielsweise rotierende Scheiben den Besucher unterschiedliche optische Phänomene erleben, eine Duftkugel präsentiert verschiedene Gerüche, eine Summkugel und ein großer Gong lassen Töne und ihre Schwingungen spüren.

Das Konzept der "Erfahrungsfelder für die Sinne" entwickelte Hugo Kükelhaus (1900-1984), der 1967 auf der Weltausstellung in Montreal ein erstes Feld installierte. Kükelhaus hatte nach dem Abitur zunächst eine Tischlerlehre absolviert, bevor er in Heidelberg, Münster und Königsberg im Sinne eines "Studium generale" Mathematik, Medizin, Philosophie und Soziologie studierte. Als Schriftsteller, Bildhauer und Grafiker wurde Kükelhaus durch zahlreiche Beiträge in den Bildenden Künsten, in Pädagogik und Naturwissenschaften bekannt. Die Abteilung Gesundheitswesen im Landratsamt Bamberg hat sein Konzept der "Erfahrungsfelder zur Entfaltung der Sinne" aufgegriffen und eine Ausstellung gestaltet, die von der LZG übernommen und erweitert wurde.

Das ZPG stellt das "SinnenFeld" bayernweit für gesundheitsfördernde Aktionen zur Verfügung. Es eignet sich sowohl für den Einsatz in Kindergärten und Schulen als auch für eine breite Öffentlichkeit im Rahmen von gesundheitsbezogenen Aktionstagen.

Die Objekte

SpiralscheibeDrehscheiben

Verschiedene Drehscheiben lassen den Besucher optische Phänomene erleben: eine Spiralscheibe täuscht – je nach Drehrichtung – eine Sogwirkung oder eine Erweiterung vor. Wendet man den Blick nach einiger Zeit von der Scheibe ab, so scheint sich auch die gesamte Umgebung zu verengen bzw. zu erweitern. Eine weitere Scheibe täuscht eine Pulsation vor, eine dritte erweckt bei Bewegung den Eindruck des Dreidimensionalen.

DuftkugelDuftkugel

Gerüche können wie kaum ein anderer Sinneseindruck unser Befinden unmittelbar beeinflussen, Gefühle und Assoziationen hervorrufen.

Die Duftkugel präsentiert sieben Grundgerüche – ätherisch, erdig-faulig, stechend, minzig, kampferartig, blumig und moschusartig – und lädt dazu ein, sich mit geschlossenen Augen vom Geruchssinn führen zu lassen.

SummkugelSummkugel

Die große Summkugel macht Schwingungen von Tönen im Körper fühlbar.

Steckt man den Kopf in die rundliche Aushöhlung des Steinblocks und summt in verschiedenen Tonlagen, findet man einen Ton, der eine Resonanz auslöst.

Er versetzt den gesamten Körper in eine angenehme, harmonische Schwingung.

Zerrspiegel

Vier gebogene Zerrspiegel lassen den Betrachter scheinbar veränderte Körperbilder erfahren.

Gong

Wird der große Gong in verschiedenen Stärken angeschlagen, sind seine harmonischen Schwingungen im Körper zu spüren. Besonders intensiv ist das Erlebnis, wenn auch der Tastsinn angesprochen wird und die Vibrationen durch Berühren des Gongs erlebt werden.

KlangschaleKlangschale

Klangschalen stammen aus Tibet, Nepal und Indien. Sie bestehen aus mehreren Metallen und sind in verschiedenen Größen und Klangabstufungen erhältlich.

Allen gemeinsam ist die entspannende Wirkung: Der Klang der auf den Körper aufgesetzten Schalen erzeugt Schwingungen, die den ganzen Körper durchdringen ("Klangmassage").

FußfeldFußfeld

Das Fußfeld, das ohne Schuhe begangen wird, macht unterschiedliche Oberflächen und Beläge erfahrbar: Acht hintereinander aufgebaute Felder lassen die Füße die Unterschiede von Holzbohlen, Kieselsteinen, Erde, Sand und anderen Materialien spüren.

Die Wahrnehmung wird besonders intensiv, wenn man die Fußfelder – geführt von einem Partner – mit geschlossenen Augen "erläuft".

Schaukelbretter

Balancierhölzer in verschiedenen Größen laden dazu ein, den Gleichgewichtssinn zu testen und einzeln oder gemeinsam mit einem Partner ein Gleichgewicht zu finden.

Informationen zum Verleih

Wir stellen das SinnenFeld interessierten Einrichtungen in Bayern kostenlos zur Verfügung. Begleitmaterialien zur Projektplanung (Ausstellerhandbuch) werden mitgeliefert. Verliehen wird die Ausstellung für die Dauer von mindestens zehn Tagen. Auf- und Abbau übernimmt eine von uns beauftragte Firma.

Für das Ausleihen bitten wir zu beachten:

Für den Aufbau der Ausstellung ist eine Gesamtfläche von mindestens 100 m2 in einem abgeschlossenen Raum erorderlich. Das SinnenFeld lebt optisch davon, dass die Objekte nicht zu eng aufeinander gestellt werden. Akustisch gilt es zu bedenken, dass z.B. Summkugel und Gong in ausreichendem Abstand stehen.

Werden die Raummaße bei der Planung nicht berücksichtigt, kann die Ausstellung nicht aufgestellt werden; die Transportkosten gehen in diesem Fall zu Lasten des Ausstellers.

Die Ausstellung sollte mindestens sechs Wochen vor dem geplanten Ausstellungstermin gebucht werden. Dazu benötigen wir folgende Angaben:

  • Plan der örtlichen Gegebenheiten (Anfahrt, Lift, Rampen etc.)
  • genaue Lieferanschrift
  • zeitlicher Rahmen des Auf- und Abbaus (Datum und Uhrzeiten)
  • Angabe eines Ansprechpartners vor Ort mit Telefonnummer, der zur Abnahme der Ausstellung nach dem Aufbau und nach dem Abbau berechtigt ist.

Bei Presseveröffentlichungen zur Ausstellung ist auf die Bayerische Zentrale für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) als Eigentümer hinzuweisen.

Die Objekte der Ausstellung sind pfleglich zu behandeln. Sollten Sie Beschädigungen feststellen oder sonstige Beanstandungen haben, wenden Sie sich bitte an Christof.Heiss@lgl.bayern.de.

Hinweis: Die Ausstellung ist für den Transport, nicht aber für die Zeit vor Ort bei uns versichert. Sollte es während der Verleihdauer zu Beschädigungen kommen, benötigen wir umgehend eine Schadensmeldung. Behörden, Schulen und ähnliche Institutionen sind in der Regel für solche Fälle versichert. Die Erfahrung hat allerdings gezeigt, dass Beschädigungen unserer Ausstellungen nur selten vorkommen.