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Der lange Weg

Stationen einer HIV-Infektion: Die Ausstellung "Der lange Weg" gibt Einblick in Sorgen und Nöte HIV-positiver Menschen, sie will Brücken bauen und zum Nachdenken anregen. Es geht darum, Vorurteile abzubauen und Gedanken an den eigenen Schutz vor einer HIV-Infektion zu stärken.

"Ich gerate aus dem Gleichgewicht: Heute habe ich erfahren, dass ich HIV-positiv bin. Der Schock sitzt tief. Ich habe den Eindruck, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Muss ich bald sterben? Was mache ich jetzt bloß?"

Die Begriffe HIV und AIDS sind in der Bevölkerung heute fast jedem bekannt. Die jährlichen Befragungen "AIDS im öffentlichen Bewusstsein" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigen einen hohen Wissensstand über Infektionsrisiken und Schutzmöglichkeiten. Doch nur wenige Menschen wissen, wie HIV-Positive leben. Auch wenn rund 94 Prozent der Befragten in der aktuellen BZgA-Befragung angeben, sie lehnten eine Ausgrenzung und Isolierung HIV-Infizierter ab, erfahren Betroffene immer wieder Zurückhaltung, Berührungsängste und im schlimmsten Fall Ablehnung. Aus Angst vor Ausgrenzung wollen viele Menschen mit HIV anonym bleiben, so lange es geht. Gerade im ländlichen Bereich wagt es kaum jemand, seine Infektion öffentlich zu machen - und damit bleiben HIV und AIDS für die breite Bevölkerung weitgehend unsichtbar.

Dem tritt die Ausstellung "Der lange Weg" entgegen. Die Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V. hatte das Konzept der AIDS-Beratungsstelle Niederbayern (Passau) übernommen und die Ausstellung für den Verleih ausgearbeitet. Seit 2010 steht "Der lange Weg" bayernweit für Präventionsveranstaltungen zur Verfügung, seit 2013 hat das ZPG die Koordination übernommen.

Ein langer Weg: Der Umgang mit der Diagnose "HIV-positiv"

Fünf Figuren der Ausstellung "Der lange Weg" sind an einer Mauer zu sehen.

Daran geht man nicht so leicht vorbei: "Der lange Weg", hier aufgebaut im Eingangsbereich der Münchner Aids-Hilfe

Der "Lange Weg" beschreibt die Situation eines Menschen im Umgang mit der Diagnose "HIV-positiv". Elf lebensgroße Figuren und zugehörige Symbole stehen für unterschiedliche Phasen der Infektion, schildern Gefühle und Gedanken unter den Titeln

  • Ich gerate aus dem Gleichgewicht
  • Mein Lebensplan zerbricht
  • Ich schäme mich und schäume vor Wut
  • Ich bin bedrückt und niedergeschlagen
  • Ich brauche Hilfe
  • Ich wage den Schritt ins Ungewisse
  • Ich schöpfe Zuversicht
  • Mein Selbstwertgefühl wächst
  • Ich erleide Rückschläge
  • Mein Blickwinkel hat sich verändert
  • Mein Leben ist wieder mein Leben

Die Resonanz auf die Ausstellung ist äußerst gut. Doris Stankewitz, Leiterin der AIDS-Beratungsstelle Niederbayern, berichtet: "Viele Passanten blieben stehen und nahmen die Ausstellung intensiv wahr. Sie lasen, sahen sich die Symbole an oder berührten sie, gingen weiter zur nächsten Station, sprachen mit anderen über das, was man las oder was es bei ihnen auslöste. Bisher bekamen wir nur positive Rückmeldung." Und positiv schließt auch die Ausstellung. An der letzten Station heißt es:

"Mein Leben ist wieder mein Leben: Ich habe eine Form gefunden, in der ich mich ganz fühle. Es war eine schwere Zeit, aber jetzt lebe ich wieder, und ich lebe gern. Ich weiß, mit wem ich über alles sprechen kann. Ich weiß auch, wo ich nicht will, dass meine Infektion bekannt ist. Mein Leben ist anders, als ich es mir jemals vorgestellt hätte. Aber so ist es jetzt. Und es ist gut so."

Material zum Download und zur Bestellung

  • Der lange Weg – Kurzinformation zur Ausstellung und zum Verleih

  • „Der lange Weg“ – Begleitheft zur Ausstellung des Bayerischen Zentrums für Prävention und Gesundheitsförderung