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Mit Migranten für Migranten – MiMi Bayern

Interkulturelle Gesundheit in Bayern – Ein Projekt zur Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit

Anlass

Durch sprachliche und kulturelle Barrieren sowie durch Unkenntnis des hiesigen Gesundheitssystems sind Migranten beim Zugang zu Regeldiensten und Angeboten des Gesundheitswesens häufig benachteiligt.

Projektziele

Hauptziel ist es, durch kultursensible und mehrsprachige Informationsvermittlung die gesundheitliche Teilhabe von Migranten in Bayern und ihre Eigenverantwortung für die Gesundheit zu fördern. Dafür setzen sich interkulturelle Gesundheitsmediatoren ein. Zugleich werden Fachkräfte in ihren interkulturellen Handlungskompetenzen gestärkt und Gesundheitsdienste für Migranten geöffnet. Nachhaltige Weiterentwicklung und Streuung des Projektes landesweit.

Umsetzung

Seit Projektbeginn im Jahr 2008 wurden neun MiMi-Standorte in Bayern eingerichtet (Augsburg, Bamberg, Coburg, Ingolstadt, Landshut, Nürnberg, München, Schweinfurt, Würzburg). Das Projekt umfasst:

  • Ausbildung engagierter Migranten zu Gesundheitsmediatoren. Sie informieren Landsleute mehrsprachig und kultursensibel über Regeldienste des deutschen Gesundheitssystems, über gesunde Lebensstile und Präventionsthemen. Bisher wurden bayernweit 182 Gesundheitsmediatoren ausgebildet und mehr als 620 Informationsveranstaltungen mit über 7.600 Teilnehmern in Lebenswelten von Migranten (Kulturzentren, Vereine, religiöse Einrichtungen u.a.) durchgeführt. Besonderes Interesse besteht an den Themen Ernährung und Bewegung, seelische Gesundheit, Kindergesundheit sowie Krebsfrüherkennung. Die Mediatoren werden fortgebildet (Vertiefungsschulungen zu Präventionsthemen, Weiterbildung zum interkulturellen Dolmetscher in Kliniken). Entwicklung von Schulungsmedien.
  • Weiterbildungen für Fachkräfte des Sozial- und Gesundheitswesens in Bayern zur Stärkung der interkulturellen Kompetenz und Öffnung der Einrichtungen für Migranten
  • Mehrsprachige Gesundheitskampagnen "Gesundheit für alle in Bayern" 2012/13 mit mindestens 324 Veranstaltungen und 5.000 Teilnehmern
  • Mehrsprachige landesspezifische Gesundheitswegweiser "Vorsorge und Früherkennung" sowie "Psychotherapie" mit Adressen für Beratung und Hilfe
  • Evaluation (Fragebögen, Konferenzen, landesweite Tagungen), Unterstützung der Landesgesundheitsberichterstattung
  • Öffentlichkeitsarbeit, Online-Dienste, Vernetzung. An jedem Projektstandort wird ein regionales Netzwerk für Interkulturelle Gesundheit und Integration ausgebaut.

MiMi erreicht Migranten unterschiedlicher Altersstufen (Durchschnittsalter 42 Jahre), 75% sind Frauen aus über 100 Herkunftsländern, 20% der Teilnehmer haben keine oder nur geringe Deutschkenntnisse, viele leben in prekären Verhältnissen, z.B. berichten 35%, dass ihr Einkommen zum Leben nicht ausreicht.

Dokumentation: Projektbericht, Präsentation, Flyer, Gesundheitswegweiser, Abschlussbericht 2010/2011

Ressourcen, Finanzierung

Das Projekt wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit im Rahmen der Initiative Gesund.Leben.Bayern., durch den Landesverband der Betriebskrankenkassen (BKK LV Bayern) und von Unternehmen (CSR). Der Projektträger (Ethno-Medizinisches Zentrum e.V., Hannover, und das MiMi-Projektbüro Bayern) sowie die neun Standortpartner bringen geldwerte Eigenleistungen ein.
Bundesweit wird das Projekt vom Ethno-Medizinischen Zentrum e.V. in Kooperation mit zahlreichen Projektpartnern durchgeführt.

Kommentar im Projekt

"MiMi … steht für interkulturelle Gesundheitsförderung und Prävention … Das Projekt ist bisher sehr erfolgreich verlaufen und erlebt ein überaus positives Echo sowohl seitens der Migrantinnen und Migranten als auch seitens der zahlreichen Organisationen und Einrichtungen aus den Bereichen Gesundheit, Soziales und Integration … Die Gesundheitsmediatorinnen und -mediatoren bilden eine zentrale Säule – sie sind Brückenbauer für die gegenseitige Verständigung und tragen zur 'gesunden Integration' in Bayern entscheidend bei."

Kontakt

Bayerisches Zentrum für Transkulturelle Medizin e.V. (BayZent)
Ansprechpartner: Britta Lenk-Neumann, Ramazan Salman
Sandstraße 41, 80335 München
Tel. 089-43909028
lenk-neumann@bayzent.de
www.bkk-promig.de
www.ethnomedizinisches-zentrum.de
www.bayzent.de

Stand der Projektinformation: Dezember 2012