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Sexuelle Gesundheit in Bayern

Sexualität ist ein Teil unseres Lebens mit vielen verschiedenen Aspekten. Es geht um Nähe, um sexuelle Erfahrungen, aber auch um sexuell übertragbare Krankheiten.

In Deutschland ist es wie in vielen Ländern im 20. Jahrhundert zu einer weitgehenden Liberalisierung der Sexualmoral und des Sexualverhaltens gekommen. Dennoch gibt es rund um die Sexualität nach wie vor Tabuthemen, über die man nicht gerne spricht. Die sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) gehören dazu. Sie sind bei den Betroffenen mit Scham und Angst verbunden. Allerdings fehlt es auch oft an Wissen. Viele Deutsche kennen HIV und AIDS; die Bekanntheit weiterer, ebenfalls häufiger STI (Chlamydien, Feigwarzen, Trichomoniasis, Herpes, Hepatitis, Syphilis und Gonorrhö) ist hingegen bei den über 16-Jährigen in Deutschland eher gering und korreliert auch nicht mit deren Häufigkeiten. Jugendliche sind heutzutage später sexuell aktiv als noch vor zehn Jahren. Die Nutzung der Pille ist bei jungen Menschen zwischen 14 und 17 Jahren rückläufig, während das Kondom beim „ersten Mal“ das häufigste Verhütungsmittel ist.

Sexuell übertragbare Krankheiten

Sexuell übertragbare Erkrankungen oder Infektionen, auch STD (sexually transmitted diseases) bzw. STI (sexually transmitted infections) genannt, bezeichnen eine Gruppe von Krankheiten, die vorwiegend durch sexuelle Kontakte übertragen werden. Sie können von Bakterien, Viren oder Parasiten verursacht werden und mitunter zu einer schwerwiegenden und chronischen Beeinträchtigung der Gesundheit führen. Zwei Umstände erschweren die Eindämmung von STI: Oft verursachen STI keine Schmerzen oder anderen offenkundigen Symptome und bleiben deshalb unbemerkt, unbehandelt und werden unwissentlich weitergegeben. Sie werden in der Partnerschaft oder beim Arztkontakt nicht angesprochen, weil sie in der Gesellschaft mit Scham behaftet sind.

Datenlage

Sexuell übertragbaren Infektionen sind weltweit verbreitet. In Deutschland fehlen zu sexuell übertragbaren Krankheiten vielfach belastbare Daten.

Infektionen mit Chlamydien, dem Humanen Papilloma-Virus (Feigwarzen und Genitalkrebs), dem Herpes-Virus und der Krätzmilbe gehören zu den häufigsten STI in Deutschland. Deutlich seltener sind in absteigender Reihenfolge die Hepatitis B, die Syphilis, die Gonorrhöe, die Hepatitis C und die HIV-Infektion. Zur Häufigkeit des Filzlausbefalls gibt keine ausreichenden Informationen. Soweit dies anhand der eingeschränkten Datenlage beurteilbar ist, haben die Neuerkrankungszahlen bei Syphilis und Gonorrhöe in den vergangenen Jahren zugenommen; HIV und Chlamydien sind dagegen eher gleichgeblieben, bei anderen wie Herpes genitalis ist der Trend nicht bekannt.

Die Gefährdung besteht prinzipiell für alle Paare. Besonders betroffen sind Menschen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern.

Was folgt?

Unbehandelt können STI schwerwiegende Folgen wie Krebs oder Unfruchtbarkeit nach sich ziehen.

Grundsätzlich gilt: Der beste Schutz vor STI ist die Verwendung eines Kondoms. Gegen manche Infektionen (etwa HPV und Hepatitis A und B) kann man sich mit einer Impfung schützen. Die meisten STI sind gut behandelbar, bei anderen gibt es keine spezifische Therapie (z. B. HPV) oder die akute Infektion wird in der Regel nicht behandelt, mit Ausnahme schwerer Verläufe (z. B. Hepatitis B). Einige STI sind behandelbar, aber nicht heilbar (z. B. Herpes genitalis oder HIV-Infektionen). Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung ist von großer Bedeutung. Insbesondere bei wechselnden Partnern sollte man sich regelmäßig auf Geschlechtskrankheiten testen lassen. Wer vermutet, sich angesteckt zu haben oder sich ohne konkreten Verdacht durchchecken lassen möchte, kann sich an seinen Arzt oder seine Ärztin wenden.

Informationen in Bayern

Aufklärung, Beratung und Begleitung sind die drei Säulen in Bayern gegen HIV und AIDS. Wir am ZPG beschäftigen uns überwiegend mit der Prävention von HIV/AIDS. Dafür bieten wir unter anderem die Präventionskampagne "Mit Sicherheit besser", die Seite testjetzt.de rund um die HIV-Testung, das jährliche AIDS-Quiz für bayerische Schülerinnen und Schüler und das AIDS-Forum für Fachkräfte.

Alle 76 Gesundheitsämter in den Landkreisen und den kreisfreien Städten beraten zu Fragen rund um HIV/AIDS und bieten kostenfreie, anonyme HIV-Tests an. Überregionale Beratung bieten auch die psychosozialen AIDS-Beratungsstellen in Trägerschaft der Freien Wohlfahrtspflege. Sie begleiten zudem Betroffene und ihre Angehörigen, ebenso wie die AIDS-Hilfen. Der Schwerpunkt der AIDS-Hilfen liegt auf zielgruppenspezifischen Angeboten. Auch die Suche nach Projekten zur HIV-Prävention mit besonderen Schwerpunkten kann lohnend sein. Medizinische Kliniken bieten zudem ambulante und stationäre Betreuung an.

Im Allgemeinen bieten auch viele bundesweite Einrichtungen wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), das Robert Koch-Institut (RKI) oder die Deutsche AIDS-Hilfe e. V. Informationen und Material zu HIV und AIDS. Insbesondere verweisen wir auf die Veröffentlichungen zur GeSiD-Studie zur Gesundheit und Sexualität in Bayern sowie auf die aktuelle Welle der BZgA-Studie "Jugendsexualität".