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HIV-Prävention für Gehörlose

Eine Plakatkampagne informiert über Ansteckungswege und Schutzmöglichkeiten sowie über das Leben mit HIV und wirbt für ein solidarisches Miteinander.

Infomaterialien zur HIV-Prävention gibt es in zahlreichen Sprachen und für verschiedene Zielgruppen. Für Gehörlose allerdings, die mit der Deutschen Gebärdensprache als Muttersprache aufwachsen, waren bislang keine speziellen Materialien vorhanden. Ein Defizit, denn abstrakte Begriffe oder Fremdwörter im gesprochenen und geschriebenen Deutsch sind für sie oft nur schwer verständlich. Die Informationen über HIV-Ansteckungswege und Schutzmöglichkeiten in den klassischen deutschsprachigen Aufklärungsmaterialien erreichen daher zu wenig gehörlose Menschen. Auch die Inanspruchnahme persönlicher Beratung, etwa im Gesundheitsamt oder bei einer AIDS-Beratungsstelle, ist für Gehörlose schwierig.

Die AIDS-Beratung Mittelfranken nahm dies zum Anlass, eine Plakatkampagne zur HIV-Prävention für Gehörlose zu entwickeln. Kooperationspartner waren der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. (DGB), die Evangelisch-Lutherische Gehörlosenseelsorge Bayern, der Landesverband Bayern der Gehörlosen e.V. und die LZG, unterstützt durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit.

Plakat: AkzeptanzPlakat: Miteinander sprechen

Rat und Hilfe in Bayern

Auf insgesamt 26 Plakaten werden in Gebärdensprache und in leicht verständlichem Schriftdeutsch die wichtigsten Botschaften zur HIV-Prävention präsentiert. Neben zwei Basisplakaten zu "Rat und Hilfe in Bayern" gibt es 12 Motive, jeweils in einer Plakatausführung für Frauen und für Männer. Themen sind unter anderem "Kondome schützen", "HIV-Übertragung", "HIV-Test", "Akzeptanz", "Sexuell übertragbare Infektionen", "Urlaub" und "Miteinander sprechen".

Die Plakatserie wurde an alle Gesundheitsämter, AIDS-Beratungsstellen, AIDS-Hilfen und HIV-Schwerpunktärzte in Bayern verteilt, ebenso an Gehörlosenverbände, Sozialdienste, Berufsbildungszentren und andere Einrichtungen für Gehörlose.

Wir erwarten durch die Kampagne eine verbesserte Wahrnehmung des Themas HIV/AIDS in der Zielgruppe. Unsere Ziele sind: Senken der Neuinfektionsrate, erhöhte Bereitschaft für HIV-Tests, verbesserter Wissensstand über HIV/AIDS und andere sexuell übertragbare Krankheiten, Stärkung der sexuellen Selbstbestimmtheit. Stigmatisierung, Diskriminierung und Ängste sollen abgebaut werden.

Wladislaus Rzepka, AIDS-Beratung Mittelfranken

Betreut wird die Kampagne von der AIDS-Beratung Mittelfranken in Nürnberg.