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Gesundheitliche Chancengleichheit in Kitas

Als Lebenswelt 3- bis 6-Jähriger bieten Kindertageseinrichtungen günstige Voraussetzungen zur Gesundheitsförderung, häufig allerdings ohne Berücksichtigung der besonderen Bedingungen von Kindern aus sozial schwierigen Verhältnissen. Wie können diese Kinder erreicht werden? Unser Fortbildungsangebot will pädagogische Fachkräfte in ihrem Engagement für gesundheitsorientierte Prävention für Kinder aus sozial prekären Situationen stärken.

Fachtagung 2018

Gesund trotz Kita!?
im Landratsamt Günzburg am 24. April 2018

Fachtagung 2017

Gesund trotz Kita!?
an der Hochschule München (Pasing) am 22. Juni 2017

Fachtagung 2016

„Migration und Flucht von Kindern – Wege zur Gesundheit“
an der Hochschule München (Pasing) am 13. Oktober 2016

Das Konzept „Gesundheitliche Chancengleichheit für alle Kinder“

"Motivation", "Vorurteile", "Eltern als Partner" und "Vernetzung" sind die bisherigen Themen der Fortbildungseinheiten ("Module"), die im Rahmen der Fachgespräche Gesundheitliche Chancengleichheit entwickelt wurden und die allen Kindertageseinrichtungen in Bayern zur internen Fortbildung vorliegen. Diese wurden auf Fachtagungen in allen bayerischen Regierungsbezirken diskutiert und praxisnah gemeinsam weiterentwickelt.

Motivation: Was begründet mein pädagogisches Handeln? Warum überhaupt und wie soll ich mich in der täglichen Arbeit in der Kita auch noch mit gesundheitlichen Folgen aus sozialer Ungleichheit befassen? Welche sozialen Vorstellungen bestimmen die Verhältnisse in der Kita? Was kann ich bewegen, wenn ich Kinder und Eltern ganzheitlich erreiche?

Vorurteile: Eine effektive Gesundheitsförderung für Kinder aus sozial benachteiligten Situationen in der Kita hat zur Voraussetzung, dass das pädagogische Personal zunächst über die eigenen Einstellungen und Haltungen zu diesen Kindern und ihren Familien reflektiert.

Eltern als Partner: Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist die Basis für eine gesundheitsförderliche Arbeit in der Kita. Eine vertrauensvolle Beziehung schafft die Möglichkeit, auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen zu können.

Vernetzung: Jede Kita braucht ein Netzwerk, ein vorsorgliches, mehr oder weniger intensiv miteinander verbundenes Beziehungsgeflecht, in dem bei Bedarf nützliche Verbindungen und Hilfen aktiviert werden können.

aus der Handreichung "Gesundheitliche Chancengleichheit für alle Kinder", LZG, München 2011

Neuauflage der Handreichung 2015

Die nun vorliegende Neuauflage der Handreichung wurde unter Mitwirkung weiterer Experten und Wissenschaftler um zwei Module und weitere Beiträge ergänzt. Die Anregungen hierzu kamen von den pädagogischen Fachkräften im Rahmen von Fachtagungen und Fokusgruppendiskussionen des Projektes „Gesundheitsförderung in Lebenswelten – Entwicklung und Sicherung von Qualität“, das im Herbst 2014 auch im Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung eingerichtet wurde.

Themen und Module der Neuauflage:

Gesundheitsförderung beim pädagogischen Personal: Die Gesundheit des pädagogischen Personals stand bislang nicht im Fokus der Bemühungen um Gesundheit in der Kita. Da diese jedoch als eine wichtige Voraussetzung für eine angemessene Gesundheitserziehung und -förderung in den Kitas betrachtet werden sollte, wird das Thema in einem neuen Modul behandelt. Es soll die Fachkräfte sensibilisieren, für ihre eigene Gesundheit zu sorgen, um ein Vorbild für die Kinder und Familien in der Einrichtung zu sein und ihnen den Stellenwert von Gesundheit wichtig zu machen.

Migration und Flucht: Das weitere neue Modul „Migration und Flucht“ wurde in Kooperation mit Fachkräften aus verschiedenen Institutionen erarbeitet. Es möchte den pädagogischen Fachkräften Unterstützung und Hilfestellung im Umgang mit Kindern und Familien aus anderen Kulturen bieten, die aus unterschiedlichen Gründen (manchmal unerwartet) in der Kita erscheinen und dort ein Stück Zuhause suchen. Dies stellt pädagogische Fachkräfte im Setting Kita oft vor eine besondere Herausforderung.

Landesförderprogramm Koordinierende Kinderschutzstellen (KoKi-Netzwerk frühe Kindheit), Frühe Hilfen und Kindeswohlgefährdung: Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS) spielen die genannten Themen eine wichtige Rolle für die gesundheitliche Chancengleichheit aller Kinder und finden daher eine besondere Berücksichtigung in der Handreichung. Das Netzwerk frühe Kindheit und die Frühen Hilfen in Bayern unterstützen insbesondere Familien in schwierigen Lebenslagen und stärken deren Kompetenzen.

Fortbildungsveranstaltungen zu den Themen der Handreichung „Gesundheitliche Chancengleichheit für alle Kinder“:

In Tagungen auf Bezirksebene wurden Erfahrungen zur Arbeit nach dem Konzept mit pädagogischen Fachkräften diskutiert. Informationen zu den Tagungen München und Nürnberg 2010, Kempten und Schweinfurt 2011, Cham, Bamberg und Landshut 2012 sind abzurufen bei der Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V.

In München wurde am 9. Juli 2013 eine Zwischenbilanz gezogen:
Fachtagung München, 9. Juli 2013

Gesundheitliche Chancengleichheit für alle Kinder ist auch Schwerpunkt des Fachtags "Arme Kinder - gesunde Kinder; Kindergesundheit: Schicksal oder Ergebnis?" für Pädagogische Fachkräfte in der Würzburger Residenz am 19. Mai 2014.

„Migration und Flucht von Kindern – Wege zur Gesundheit“
an der Hochschule München (Pasing) am 13. Oktober 2016

Die Fachgespräche Gesundheitliche Chancengleichheit

Die Fortbildungsinhalte für das pädagogische Personal in Kitas wurden entwickelt von Sozialwissenschaftlern, pädagogischen Fachkräften, Vertretern von Trägern der Freien Wohlfahrt und der Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V. im Rahmen der Fachgespräche Gesundheitliche Chancengleichheit. Ziel dieser im Jahr 2008 ins Leben gerufenen Treffen, die seit 2013 vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) geleitet werden, ist es, den Zusammenhang zwischen Gesundheitschancen und sozialer Benachteiligung und deren Beeinflussung durch Prävention in die Fortbildungsangebote der Träger von Kindertageseinrichtungen für pädagogische Fachkräfte zu integrieren.