Tag des alkoholgeschädigten Kindes
Die Vermeidung von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ist und bleibt eine zentrale Aufgabe der Gesundheitsförderung. Denn Alkoholkonsum gehört zum Alltag vieler Frauen. Ergebnisse der GEDA-Studie (2012) zeigen, dass etwa 28 % der schwangeren Frauen auch während der Schwangerschaft Alkohol konsumieren. Nach Schätzungen von Experten werden in Deutschland jährlich etwa 13.000 Kinder mit einer sogenannten Fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) aufgrund von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft geboren.
Um Kinder vor pränataler Alkoholexposition und somit vor FASD zu schützen, sind Aufklärung rund um das Thema Alkohol und Schwangerschaft sowie Hilfs- und Beratungsangebote notwendig. Hier setzen wir mit unserer Kampagne „Schwanger? Null Promille!“ an.
Wissen schützt: Die wichtigsten Botschaften
Es gibt zentrale Fakten, die jeder kennen sollte:
- Es existiert weder eine sichere Menge noch ein sicherer Zeitpunkt für Alkoholkonsum während der Schwangerschaft. Bereits geringe Mengen können die Entwicklung des Kindes stören und bleibende Schäden verursachen. Kein Alkohol, kein Risiko.
- Frühzeitiger Verzicht ist entscheidend
Idealerweise sollte der Alkoholverzicht bereits vor der Schwangerschaft beginnen – am besten direkt beim Entschluss zum Kinderwunsch. So wird das Kind bereits in den ersten Wochen geschützt, also während des Zeitraums, in dem die Schwangerschaft oft noch nicht festgestellt wurde. - Fürsorge heißt auch: Professionelle Unterstützung bei Bedarf
Alkoholverzicht während der Schwangerschaft kann eine Herausforderung sein. Darüber zu reden und Hilfe zu suchen, sollte nicht als Zeichen von Schwäche gedeutet werden, sondern als eine weitere Möglichkeit, für sich und das eigene Kind zu sorgen. Professionelle, kostenlose und niederschwellige Beratungsangebote stehen z. B. über DigiSucht und IRIS bereit.
Eine gesellschaftliche Aufgabe
Der Schutz ungeborener Kinder sowie schwangerer Frauen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Eine umfassende Aufklärung der gesamten Bevölkerung leistet einen wichtigen Beitrag. Ein Umfeld zu schaffen, das den Verzicht unterstützt, statt Druck auszuüben, ist hierfür bedeutend:
- Alkoholfreie Alternativen werden aktiv angeboten.
- Soziale Aktivitäten werden nicht automatisch mit Alkoholkonsum verknüpft.
- Das soziale Umfeld akzeptiert Alkoholverzicht als selbstverständlich.
Soziale Unterstützung im Alltag senkt zudem das Risiko von Alkoholkonsum als Bewältigungsstrategie.
Die Kampagne „Schwanger? Null Promille!“: So können Sie als Fachkraft unterstützen
Ihre fachliche Expertise und Ihre tägliche Arbeit sind entscheidend, um die Botschaften der Kampagne effektiv zu verbreiten und Betroffene zu erreichen. Unterstützen Sie uns dabei:
- Materialien in die Praxis integrieren: Nutzen Sie die Materialien und die Ausstellung der Kampagne in Ihrer täglichen Arbeit und Beratung.
- Social-Media-Kanäle unterstützen: Folgen Sie den Social-Media-Kanälen der Kampagne. Teilen und reposten Sie die Inhalte in Ihrem Netzwerk. Empfehlen Sie Frauen mit Kinderwunsch, Schwangeren und deren Umfeld, der Kampagne auf Social Media zu folgen.
- Ein unterstützendes Arbeitsumfeld fördern: Nutzen Sie Ihre Fachkompetenz, um Menschen im Umfeld von Schwangeren aufzuklären und sie zu motivieren, eine unterstützende Rolle zu übernehmen, die den Alkoholverzicht nicht hinterfragt, sondern aktiv stärkt. Schaffen Sie Räume, in denen Frauen mit Kinderwunsch oder Schwangere sich sicher fühlen, ihre Situation offen anzusprechen und professionelle Unterstützung (z. B. durch DigiSucht oder IRIS) anzunehmen.
Ein herzliches Dankeschön gilt den Fachkräften und Akteuren in Bayern, die sich dafür einsetzen, über die Risiken von Alkoholkonsum aufzuklären und Frauen zum Alkoholverzicht während der Schwangerschaft zu motivieren.

