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Werkstatt Gesunde Kommune im Landkreis Passau

Seit April 2015 ist der Landkreis Passau Gesundheitsregionplus Passauer Land; im Oktober 2015 ist er dem bundesweiten Partnerprozess „Gesundheit für alle“ beigetreten.
Über 40 Institutionen, Organisationen, Vereine, Verbände, Behörden und Gemeinden sind Mitglied des Regionalen Gesundheitsforums, dem Steuerungsgremium der Gesundheitsregionplus Passauer Land.
Die Werkstatt hat das Ziel, ein gemeinsames Gesundheitsverständnis sowie gemeinsame Strategien und Ziele hinsichtlich „Gesundheitlicher Chancengleichheit“ zu entwickeln und festzulegen.

Franziska Solger-HeinzInterview
Geduld, Zeit und ein roter Faden

Franziska Solger-Heinz über regionale Präventionsarbeit

Franziska Solger-Heinz leitet die Geschäftsstelle Gesundheitsregionplus Passauer Land. Als Erzieherin, Gesundheitspädagogin und Organisationspsychologin engagiert sie sich seit Jahren für die Gesundheit der Menschen in ihrer Region. Ihren Vortrag über die Erfahrungen mit dem Qualifizierungsangebot „Werkstatt Gesunde Kommune“ nahmen wir zum Anlass, mit ihr über ihre Arbeit zu sprechen.

Logo Gesundheitsregionen_plus

ZPG: Was finden Sie für Gesundheitsregionenplus besonders wichtig?

Am wichtigsten für die Gesundheitsregionenplus ist meiner Meinung nach, die Balance zu halten zwischen Aktionen und Veranstaltungen, die sichtbar sind und zwischen Projekten, Netzwerken und Kooperationen, die die Lebensbedingungen für die Menschen vor Ort gesundheitsfördernder gestalten.

ZPG: Wie kam es zur „Werkstatt Leitlinie-Ziele“ für die Gesundheitsregionplus Passauer Land?

Solger-Heinz: Der Landkreis Passau engagiert sich seit vielen Jahren in den Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention und beteiligte sich an den Projekten „Gesundheitsregionen“, „Gesunder Landkreis, Gesunde Gemeinde – Runde Tische zur Regionalen Gesundheitsförderung“ und nun an „Gesundheitsregionenplus“. Daher bestehen viele verschiedene Netzwerke mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Dazu kommen noch verschiedene Empfehlungen aus dem Bayerischen Präventionsplan, nationale Gesundheitsziele usw. In einer zweitägigen Fortbildung über Qualitätssicherung wurde ich darin bestätigt, dass wir uns auf wenige, dafür aber konkrete Ziele einigen müssen. Nur dann können wir Qualität garantieren und im besten Fall die Wirkung unseres Tuns messen. Daher habe ich im Regionalen Gesundheitsforum vorgeschlagen, eine Werkstatt zur Zielfindung zu organisieren und eine Leitlinie zu entwickeln.

ZPG: Wie lief die Werkstatt ab?

Solger-Heinz: Die Werkstatt dauerte zwei ganze Tage. Am ersten Tag ging es um die verschiedenen Erwartungen der Teilnehmer und grundlegende Fragestellungen. Ziel war das Herausarbeiten des „gemeinsamen Nenners“. Also die Grundlagen, mit denen alle Mitglieder des Regionalen Gesundheitsforums einverstanden sind. Wir entwickelten ein gemeinsames Verständnis von Gesundheit und einigten uns auf die Handlungsfelder. Am zweiten Tag legten wir die Strategien fest, bearbeiteten Ziele und Wirkungen und diskutierten Projekte. Moderiert wurde die Werkstatt von Frau Ina Schäfer, einer externen Referentin.

ZPG: Gab es Dinge, die anders liefen als gedacht?

Solger-Heinz: Wir haben unterschätzt, wie viel Zeit die Leitlinienentwicklung erfordert. Eine kooperative und partizipative Abstimmung dauert lange. Sie ist aber wichtig, denn mit den Zielen und Strategien sollten sich im besten Fall alle Akteure identifizieren können. Demnächst wird der erste Teil unserer Leitlinie fertiggestellt. Dann wird es noch mindestens zwei weitere Teile geben.

ZPG: Welche positiven Erfahrungen haben Sie gesammelt?

Solger-Heinz: Die Werkstatt war für alle Teilnehmer/innen äußerst wertvoll. Sie beurteilten positiv, dass die Werkstatt ermöglichte, sich zwei Tage intensiv mit Grundsatzfragen zu beschäftigen, die in der täglichen Arbeit sonst manchmal zu kurz kommen. Besonders die Diskussion in einer heterogenen Gruppe war spannend und intensiv. Sie ermöglichte notwendige Änderungen des eigenen Blickwinkels.
Auch im Nachhinein hat die Werkstatt positive Effekte. Das Regionale Gesundheitsforum und die Arbeitsgruppen können sich nun klarer für oder gegen einzelne Projekte entscheiden. Somit erhält die Arbeit eine klare Linie.

ZPG: Wie geht es weiter?

Solger-Heinz: Der erste Teil der Leitlinie ist nahezu fertig. Die Mitglieder des Regionalen Gesundheitsforums und auch weitere Kooperationspartner begrüßen die klaren Empfehlungen. Ich wünsche mir, dass die Leitlinie dazu beitragen kann, die Qualität der Projekte in den Bereichen Gesundheitspolitik, Gesundheitsförderung, Prävention und medizinische Versorgung zu halten und stetig weiterzuentwickeln, sowie das Profil zu schärfen. In den nächsten Teilen der Leitlinie wird es um regionale Daten und Fakten, sowie um die Beschreibung von Leitprojekten gehen.

ZPG: Welche Vorteile haben Gesundheitsregionenplus, die auch Mitglied im Partnerprozess „Gesundheit für alle“ sind?

Solger-Heinz: Der Vorteil für unsere Gesundheitsregionplus ist, dass wir das Thema Gesundheitliche Chancengleichheit verstärkt angehen können und dabei Unterstützung erhalten. Der Austausch mit anderen Kommunen, aber auch Fachtagungen und Informationen sind für uns besonders wertvoll. Die Organisation von Werkstätten kann auch für andere Regionen von Vorteil sein.

ZPG: Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?

Solger-Heinz: Ich baue gerne neue Strukturen auf, bin gerne mit anderen Menschen im Kontakt und habe wenig Sorge, Neues auszuprobieren. Besonderen Spaß machen mir das selbstständige Arbeiten und die Abwechslung.

ZPG: Welchen Tipp haben Sie für neue Geschäftsstellenleiter/innen der Gesundheitsregionenplus?

Jede Region ist anders. Diese Einzigartigkeit muss berücksichtigt werden. Meine wichtigsten Erkenntnisse sind: Geduld haben, sich Zeit für Kooperationsgespräche nehmen und sich an einem roten Faden orientieren, um nicht den Überblick zu verlieren.

ZPG: Ganz herzlichen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

Kontakt:

Franziska Solger-Heinz
Geschäftsstelle Gesundheitsregionplus Passauer Land
SG Gesundheit, LRA Passau
Passauer Straße 33
94081 Fürstenzell
Tel.: 0851 397-849
Mobil: 0151 14128941

Werkstatt Leitlinie-Ziele für die Gesundheitsregion_plus Passauer Land

Fotodokumentation

Vorschaubild

Eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse sowie Hintergrundinformationen zur Werkstatt finden Sie im Bericht von Frau Franziska Solger-Heinz.

PDF (1,6 MB)

Starterpaket für die Gesunden Gemeinden

Die Gesundheitsregionplus Passauer Land stellt für ihre Gesunden Gemeinden ein umfangreiches Starterpaket zur Verfügung. Dieses enthält von der Ottawa-Charta über die Kriterien guter Praxis bis hin zum individualisierten Flyer zahlreiche unterstützende Materialien für Gesundheitsförderung und Prävention auf kommunaler Ebene:

  • Mögliche BeschlussvorlageStarterpaket für die Gesunden Gemeinden
  • Arbeitsmappe „Aktiv werden für Gesundheit“ mit
    CD-ROM
  • Ottawa-Charta
  • Gesundheit 21
  • Präventionsgesetz
  • Bayrischer Präventionsplan
  • Bundesrahmenempfehlungen der nationalen Präventionskonferenz
  • Handlungsleitfaden „Fünf Schritte zur Gesunden Gemeinde“
  • Übersicht „Fünf Schritte zur Gesunden Gemeinde“
  • Leistungsspektrum für Gesunde Gemeinden
  • Seniorenpolitisches Gesamtkonzept des Landkreis Passau
  • Sozialraumanalyse
  • Gesundheitsberichterstattung des Landkreis Passau
  • Kriterien guter Praxis für gesundheitliche Chancengleichheit
  • Plakat und Aufsteller zu „Qualitätskriterien Gesundheitlicher Chancengleichheit“
  • Stellungnahme des Deutschen Städtetag
  • Determinanten von Gesundheit
  • Werbeanlagen und Anbringung von Werbung
  • Informationsflyer:
    • Netzwerk Gesunde Gemeinden in der Gesundheitsregion+ Passauer Land
    • Kommunalbüro für ärztliche Versorgung
    • Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung
    • Fortbildung „Schlüsselfähigkeiten für Gesundheitsförderung in der Gemeinde“
    • Fortbildungsprogramm Passauer Pädagogischer Tage
    • Fortbildung Kommunaler Netzwerkmoderator
    • Gesundheitsatlas Bayern
    • Infektionskrankheiten von AsylbewerberInnen
  • Individualisiertes Roll Up
  • Individualisierter Flyer „Gesunde Gemeinde xy“
    • Gesunde Gemeinde Fürstenzell
    • Gesunde Gemeinde Hauzenberg
  • Beispiel-Postkarten für Bürgerbefragung
  • Individualisierter Kopfbogen für Anschreiben, Informationsblätter, Handzettel, Plakate, ect.

3. November 2013

Zwei Gemeinden im Landkreis Passau sind im Modellprojekt "Gesunde Gemeinde“ der Gesundheitsinitiative Gesund.Leben.Bayern. dabei. In der Werkstatt Gesunde Gemeinde am 13. November 2013 kamen Vertreter der beiden Kommunen zusammen, um über Möglichkeiten zur Umsetzung der gemeinsamen Ziele im Modellprojekt zu beraten.

Themen des Treffens waren unter anderem die bessere Vernetzung lokaler Akteure ("Kooperation statt Konkurrenz"), die Stärkung von Bürgerbeteiligung und Gemeinschaftsaktionen sowie die Gestaltung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen. Die Moderation hatte Uta Maercker von der Koordinierungsstelle „Gesundheitliche Chancengleichheit“ bei der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. - AGETHUR übernommen.

Ressourcen nutzen – Synergien schaffen. Gesundheitsförderung als Handlungsstrategie

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Uta Maercker, Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. – AGETHUR, Koordinierungsstelle „Gesundheitliche Chancengleichheit“

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Werkstatt Quartier im Landkreis Passau: Notizen

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