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Zwischen Genuss, Frust und Kontrollverlust – Essstörungen als „gewichtige“ Herausforderung einer Konsumgesellschaft?!

22. April 2015

14. Suchtforum in Bayern, eine gemeinsame Veranstaltung von Bayerischer Landesärztekammer, Bayerischer Landesapothekerkammer, Psychotherapeutenkammer Bayern und Bayerischer Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen

Das 14. Suchtforum in Bayern findet statt am Mittwoch, den 22. April 2015, von 13.30 bis 17.45 Uhr iM Amerikahaus, Karolinenplatz 3, 80333 München. Die Veranstaltung ist kostenfrei!

Eingeladen sind Ärzte, Apotheker, Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten, Psychologische Psychotherapeuten, Assistenten, Pharmaziepraktikanten, pharmazeutisches Personal, Mitarbeiter von Suchthilfeeinrichtungen, Erziehungsberatungsstellen, Lehrer sowie mit dem Thema „Familie und Sucht“ befasste Berufsgruppen.

Aufgrund des traditionell hohen Interesses an dieser Veranstaltungsreihe wird am Freitag, dem 4. Dezember 2015, eine Wiederholungsveranstaltung in Nürnberg angeboten.

Die Veranstaltung wird von den Heilberufekammern mit 5 Punkten auf das Fortbildungszertifikat anerkannt.

Aus dem Programm

Essstörungen sind ein besonders verbreitetes Gesundheitsproblem. Dazu gehört auch süchtiges Essverhalten, wie beispielsweise Bulimie und Binge-Eating, das vor allem Frauen betrifft. Oft verbunden mit stoffbezogenen Süchten können diese Störungen des Essverhaltens auch mit dem Problem des Übergewichts einhergehen, das aber (auch) ein eigenständiges Störungsbild mit vielfältigen Folgen ausmacht. Es ist bedingt sowohl durch genetische als auch soziale Faktoren. Hinzu kommt der Mangel an Bewegung, bei übergewichtigen Jugendlichen häufig auch die süchtige Fixierung auf die Computerwelt.

Essstörungen sind somit – bei all ihrer Unterschiedlichkeit und ihren Komorbiditäten – in einen weiteren Kontext spezifischer Lebensstile zu stellen: Schließlich ist exzessives Essen oft auch mit kompensatorischem Lustgewinn verbunden und zwanghaftes Schlankbleiben, vor allem bei der Anorexia nervosa, häufig mit Medikamentenmissbrauch assoziiert. Ein gemeinsamer psychologischer Hintergrund dürfte eine gestörte Balance zwischen Selbst und Umwelt sein. Außerdem wird auch durch die Biologie belegt, dass Essstörungen und damit verbundene Verhaltenssüchte gemeinsame Grundlagen haben. Es konnten gekoppelte neuronale und endokrine Regelkreise identifiziert werden, deren molekulare Wechselbeziehungen aber erst in den letzten Jahren spezifiziert wurden.

Im Rahmen des Suchtforums sollen wichtige Störungsformen des Essverhaltens und ihre pathologischen Verbindungen aufgezeigt und Möglichkeiten der Intervention im Bereich Therapie und Prävention erörtert werden. Es ist eine stärker integrierende ganzheitlich orientierte Sicht von Sucht, Gesundheit, Lebensstil und Lebensbedingungen anzustreben, um eine interdisziplinär ausgerichtete bestmögliche Behandlung des Patienten zu erreichen.

Programm

13:30 Uhr Begrüßung
Dr. Heiner Vogel, Vorstand PTK, München

Grußwort
Melanie Huml, Staatsministerin, Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, München

13:45 Uhr Einführung und Moderation
Prof. Dr. Dr. Dr. Felix Tretter, Vorstand BAS e.V., München

14:00 Uhr Die süchtige Essstörung? Sind Essstörungen Suchterkrankungen: eine kritische Betrachtung
Dr. Christoph Gruber, Psychosomatische Klinik Windach

14:45 Uhr Schlankheitspillen: echte Hilfe oder Schwindel?
Margit Schlenk, Neumarkt in der Oberpfalz

15:30 Uhr Kaffeepause

16:00 Uhr Adipositas, Binge-Eating & Co.
Prof. Dr. Hans Hauner, München

16:45 Uhr Psychotherapeutische Ansätze bei Essstörungen: Chancen und Grenzen
Prof. Dr. Tanja Legenbauer, Hamm

17:30 Uhr Schlusswort
Ulrich Koczian, Vizepräsident der BLAK, München

Anmeldung:
Bitte beachten Sie, dass die Anmeldung bei der Bayerischen Landesärztekammer online über www.blaek.de/online/fortbildungskalender oder über das Anmeldeformular ausschließlich schriftlich erfolgt.
Eine Teilnahme ist nur nach von der BLÄK schriftlich bestätigter Kursplatzzusage möglich. Bitte bringen Sie dieses Schreiben zur Teilnehmer-Registrierung am Veranstaltungstag mit.
Sofern die feuerpolizeilich zulässige, maximale Teilnehmerzahl erreicht ist, darf Ihnen aus sicherheitstechnischen und haftungsrechtlichen Gründen kein Zutritt mehr gewährt werden.