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15. Bayerisches Forum Suchtprävention

Wie kann der Entwicklung süchtigen Verhaltens effektiv vorgebeugt werden, welche Wege und Maßnahmen sind nachweislich wirksam, wenn es um die Reduktion des Konsums von Suchtmitteln geht? Wie werden wissenschaftliche Erkenntnisse zur Sicherung und Förderung von Qualität in der praktischen Arbeit umgesetzt? Darüber diskutierten Expertinnen und Experten aus Forschung und Präventionspraxis beim 15. Bayerischen Forum Suchtprävention.

Qualität in der Suchtprävention weiter steigern
Ismaning, 22. und 23. Oktober 2013

"Das Suchtforum ist eine gute Tradition und fester Bestandteil der Suchthilfe und Suchtpolitik in Bayern", sagte Dr. Georg Walzel aus dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, der die rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßte. Mit einem praxisorientierten, realitätsnahen Programm habe sich die Tagung einen hervorragenden Ruf erworben, ein Umstand, den auf Prof. Bernhard Liebl in seinem Grußwort für das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit betonte: "Austausch, Fortbildung, Vernetzung - dafür steht das Suchtforum seit 15 Jahren". Durch die Tagung, die erstmals vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) am LGL ausgerichtet wurde, führte ZPG-Leiter Martin Heyn.

Die Vorträge

Die Kurzfassungen der Vorträge stehen hier zum Download zur Verfügung, die Dokumentation der Tagung mit ausführlichen Darstellungen ist in Vorbereitung. Die Präsentationen der Referenten stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung!

Das ZPG: Ein- und Ausblicke – Suchtprävention in Bayern

Martin Heyn, Dr. Martina Enke, Andrea Gugger, Elke Hoffmann, Hildegard Aiglstorfer, Bayerisches Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG)

Aktuelles aus dem ZPG: Wir berichten über unsere jüngsten Aktivitäten, unter anderem die Kampagne "Schwanger? Null Pomille", die Arbeit mit dem KlarSichtKoffer, das Programm "Starker Wille statt Promille" und die Fachtagung "Qualität in der Suchtprävention" im Sommer in Augsburg.

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Zahlen und Daten zum Substanzkonsum

Dr. Daniela Piontek, Institut für Therapieforschung gGmbH München (IFT)

Der Vortrag greift vier aktuelle Themen im Bereich des Substanzkonsums bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf: (1) die Verbreitung des Substanzkonsums bei Jugendlichen, (2) Substanzkonsum in der jungen Ausgehszene, (3) Crystal/Methamphetamin – ein regionales Phänomen? und (4) Politische Maßnahmen und Substanzkonsum.

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Evaluation suchtpräventiver Maßnahmen

Prof. Dr. Jörg Wolstein, Universität Bamberg

Die finanzielle Förderung von Maßnahmen in der Primär- und Sekundärprävention von Suchtmittelmissbrauch und -abhängigkeit hängt immer mehr von erfolgreichen Evaluationen dieser Maßnahmen ab. Es stellt sich nur die Frage, wie eine derartige Bewertung aussehen sollte ... Anhand einiger Praxisbeispiele werden verschiedene Evaluationstrategien veranschaulicht.

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Wie kommt Evidenz in die Praxis?

Johannes Thrul, Institut für Therapieforschung gGmbH München (IFT)

Um die Qualität in der Prävention zu sichern, sollte in jedem Fall vor der Entwicklung und Umsetzung einer Maßnahme überlegt werden, welche Effekte realistischer Weise erzielt und wie diese gemessen werden können. Hierfür sollte ein Wirkmodell erstellt werden, das aus theoretischem oder empirischem Wissen (Evidenz) gespeist wird. Das Wirkmodell beschreibt konkret, warum von einer Maßnahme suchtpräventive Effekte zu erwarten sind und stellt somit eine entscheidende Schnittstelle zwischen Evidenz und Praxis dar.

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Standards in der Suchtprävention

Entwicklung, Inhalte, Implementation – ein Beitrag zur Qualität

Luitgard Kern, Landratsamt – Gesundheitsamt Erlangen-Höchstadt
Lothar Riemer, Landratsamt – Gesundheitsamt Bamberg
Sylvia Seider, Landratsamt – Gesundheitsamt Passau

Die Angebote an suchtpräventiven Maßnahmen in Bayern sind vielfältig und reichen von Kurzaktionen bis zu komplexen, mehrdimensionalen, langfristigen Angeboten. Ebenso vielfältig sind die Strukturen, in denen Suchtpräventionsfachkräfte arbeiten. Diese unterschiedlichen Ausgangslagen benötigen Standards, um eine Einschätzung von Präventionsangeboten – eigenen oder extern angebotenen – vornehmen zu können. Der Bayerische Arbeitskreis der Suchtpräventionsfachkräfte hat in einer Arbeitsgruppe Standards entwickelt und abgestimmt.

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PrevNet, Fachportal der Suchtvorbeugung

Axel Budde, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

PrevNet ist das deutsche Online-Portal für Fachkräfte in der Suchtprävention. In gebündelter Form stehen Informationen zu Veranstaltungen, Projekten und Einrichtungen zur Verfügung. Der Vortrags gibt einen kurzen Überblick über die Funktionalität von PrevNet und stellt neue Entwicklungen vor.

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Praxisrelevante Ergebnisse der Bundesmodellprojekte zum Thema „Sucht im Alter“ für die Prävention

Dr. Dieter Geyer, Fachklinik Fredeburg und Fachklinik Holthauser Mühle, Schmallenberg

Ältere Personen mit substanzbezogenen Störungen, die ambulanter oder stationärer Pflege bedürfen, können in der Regel an Suchtbehandlungen, wie sie derzeit vorgehalten werden, nicht teilnehmen. Es besteht eine erhebliche Versorgungslücke. Acht von der Bundesregierung geförderte Projekte erproben seit 2010 die nachhaltige Vernetzung der Sucht- und Altenhilfe und die Implementierung alkohol- und medikamentenbezogener Interventionen. Die wichtigsten Ergebnisse der Modellprojekte werden berichtet und praxisrelevante Aspekte für die Prävention abgeleitet.

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Die Workshops

Setting orientierte Suchtprävention in der Schule

Anne Lubinski, Inside @ School, Condrobs e.V., München
Tanja Orta, Inside, Condrobs e.V., München

Wir beleuchten exemplarisch, was machbar ist, mit welchen Ressourcen. Dabei geht es sowohl um Projektarbeit als auch um Fortbildungskontexte für Lehrkräfte, Partizipation von SchülerInnen und das dynamische Aufgreifen von Bedarfen im Kontext von universeller Prävention und Beratung.

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Suchtprävention bei älteren und hoch betagten Menschen

Dr. Dieter Geyer, Fachklinik Fredeburg und Fachklinik Holthauser Mühle, Schmalenberg

Zur Vermeidung mit dem Alter neu eintretender substanzbezogener Störungen stellen sich in den verschiedenen Versorgungssektoren zahlreiche Präventionsmöglichkeiten dar. Im Workshop wurden Risikosituationen identifiziert und Präventionsansätze diskutiert.

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Arbeit mit dem Fachportal für Suchtvorbeugung,PrevNet

Axel Budde, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Hildegard Aiglstorfer, Bayerisches Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG)

Als Plattform für den Informationsaustausch gab der Workshop den teilnehmenden Fachkräften die Gelegenheit, Ihre Bedarfe an das Online-Portal zu formulieren. Die Anregungen sollen in die bevorstehende Weiterentwicklung einfließen.

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Das Forum Suchtprävention ist von der Bayerischen Landesärztekammer als Fortbildungsveranstaltung für Ärztinnen und Ärzte anerkannt, die Teilnahme wird mit insgesamt 11 Punkten auf das freiwillige ärztliche Fortbildungszertifikat angerechnet.