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Fit für Inklusion im Beruf

Betriebliche Gesundheitsförderung in Werkstätten für Menschen mit geistiger Behinderung

Menschen mit geistiger und psychischer Behinderung haben ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie muskel- und skelettbedingte Erkrankungen. Da sie oft einen schlechteren Zugang zu Sportangeboten haben, kommt der betrieblichen Gesundheitsförderung in der Prävention eine wichtige Aufgabe zu. Der Behinderten- und Versehrten-Sportverband Bayern e.V. (BVS) und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg möchten mit einem Angebot für diese Beschäftigten Risikofaktoren wie z.B. dem Metabolischen Syndrom vorbeugen.

Ziele

Gezielte gesundheitsförderliche sportliche Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitszustands, Stärkung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Mobilität mit dem Ziel, sozial bedingte Ungleichheit von Gesundheitschancen zu vermindern, die persönliche Handlungsfähigkeit für die Gestaltung gesunder Lebensbedingungen zu stärken (Empowerment), die Produktivität der Werkstatt zu fördern und eine Integration der Beschäftigten auf dem ersten Arbeitsmarkt möglich zu machen.

Umsetzung

„Fit für Inklusion im Beruf“ ist eine dreijährige Studie im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung, die in acht Behindertenwerkstätten Bayerns durchgeführt wird. Das Projekt verläuft in drei Mess- und zwei Interventionsphasen mit einem umfangreichen, fachlich angeleiteten Sportprogramm. Die erste Phase erfolgte von Oktober 2013 bis März 2014, die zweite läuft von April 2014 bis April 2015.

  • 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 20 und 50 Jahren werden in drei Gruppen geteilt: 100 erhalten körperliche Trainingseinheiten, 50 ein Ganzkörpervibrationstraining (semiaktiv), 50 Personen gehören der Kontrollgruppe ohne Intervention an.
  • 30-minütige Einheiten zu Herz-Kreislauf- und Rückentraining werden in der ersten Interventionsphase zweimal wöchentlich durchgeführt. Für das Ganzkörpervibrationstraining (Vibrationsplatte) erhalten die Teilnehmer eine zweiwöchige Betreuungsphase, um das Training selbst zweimal pro Woche fünf bis zehn Minuten weiterzuführen.
  • Die qualifizierten Übungsleiter erhalten unterstützende Arbeitspakete mit Leitfäden und Arbeitsmedien.
  • Durch regelmäßige umfangreiche Fitness-Screenings (u.a. Kraft- und Ausdauertests, Laboruntersuchungen) werden die Fortschritte der Teilnehmer ermittelt und dokumentiert.
  • Zielgruppenspezifische Vorträge in den Werkstätten zu Ergonomie, Ernährung und Rückenschmerzen.

Dokumentation: Projektbericht, Bilder aus dem Projekt.

Ressourcen und Finanzierung

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg umgesetzt. Die finanzielle Förderung erfolgt überwiegend durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration sowie zu weiteren Teilen durch den BVS Bayern.

Kommentar aus dem Projekt

„Aktiv am Arbeitsleben teilnehmen, sich weiterentwickeln und eine Persönlichkeit zu formen – Attribute, für die eine Behinderung kein Hinderungsgrund sein darf. Das Projekt unterstützt Betroffene, um möglichst lange ohne zusätzliche Einschränkungen am Arbeitsleben teilzuhaben.“

Kontakt

Behinderten- und Rehabilitations- Sportverband Bayern e.V. (BVS)
Ansprechpartnerin: Carolin Kramer
Georg-Brauchle-Ring 93, 80992 München
Telefon: 089 45518916
kramer@bvs-bayern.com
www.bvs-bayern.com

Stand der Projektinformation: Juni 2015